Skalierbarer Prozess zur Differenzierung von pluripotenten Stammzellen in Definitives Endoderm

 

Als Definitives Endoderm (DE) wird eine Struktur im frühen Embryo bezeichnet, aus der unter anderem respiratorisches Epithel, Leber, Bauspeicheldrüse und Darm entstehen. Diese Vorläuferzellen können aus pluripotenten Stammzellen differenziert werden. Anais Sahabian aus der AG Olmer (DZL Nachwuchsgruppe) hat nun ein Protokoll entwickelt, mit dem diese Zellen substratunabhängig in Suspensionskulturen und unter definierten Bedingungen aus pluripotenten Stammzellen differenziert werden können. Die DE-Zellen können somit in großen Mengen hergestellt werden, in unterschiedliche Zelltypen weiterdifferenziert werden bzw. zur späteren Verwendung eingefroren werden. Mögliche Anwendungsgebiete sind Hochdurchsatzscreeningverfahren, Toxikologiestudien und Zelltherapie. Mehr zur Faszination von Stammzellforschung und zur Motivation der beteiligten WissenschaftlerInnen finden Sie auf der Website BREATH Forschungsnetzwerks des Deutschen Zentrums für Lungenforschung (DZL, hier). Den Originalartikel in der Fachzeitschrift „Nature Protocols“ finden Sie hier.

 

Anais, Lika, Maike und Maria Elena haben ihre Doktorarbeiten trotz Einschränkungen und sozialer Distanzierung erfolgreich abgeschlossen

 

Auch im LEBAO mussten wir die Laborarbeit an die Pandemie-Regeln anpassen und wir alle geben unser Bestes, um mit der Situation umzugehen. Inmitten dieser Krise haben Anais Sahabian (AG Olmer), Lika Drakhlis (AG Zweigerdt), Maike Kosanke (AG Martin) und Elena Ricci Signorini (AG Gruh) ihre Doktorarbeiten mit hervorragenden Ergebnissen abgeschlossen und erfolgreich verteidigt. Die vier haben gleichzeitig das internationale PhD Programm „Regenerative Sciences“ absolviert. Wir sind stolz auf diese großartige Leistung und gratulieren den Absolventinnen! Während Lika, Mike und Maria Elena eine Postdoktorandenstelle im LEBAO antraten, ist Anais in ihr Heimatland, die USA zurückgekehrt, um sich im Bereich der Lungenforschung weiterzuentwickeln. Wir wünschen allen viel Erfolg auf ihrem weiteren Karriereweg!


Text: Julia Dahlmann

Von links: Anais Sahabian, Lika Drakhlis, Maike Kosanke, Maria Elena Ricci Signorini; Quelle: Praeploy Pongpamorn, Alexandra Haase, Robert Zweigerdt / LEBAO

Interdisziplinäres Team findet neue Wege für die PCD-Forschung

 

Bei der Primären Ciliären Dyskinesie (PCD) handelt es sich um eine sehr seltene erbliche Systemerkrankung, die bei Betroffenen u.a. zur Sekretretention und in Folge zu einer chronischen Entzündung und oft auch chronischen Infektion der Atemwege führt. Bisher wurde die weitere Erforschung dieser Erkrankung durch das nur in geringem Umfang für Untersuchungen zur Verfügung stehende Zellmaterial erschwert. Durch interdisziplinäre Zusammenarbeit gelang es BREATH WissenschaftlerInnen nun, induzierte pluripotente Stammzellen herzustellen, mit denen unbegrenzte Mengen an Untersuchungsmaterial hergestellt werden können.

 

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Hochdurchsatzverfahren und Stammzelltechnologie unterstützen die Suche nach CFTR-Modulatoren

Arbeitsgruppe von Prof. Dr. Ulrich Martin (rechts), Dr. Ruth Olmer (links) und Dr. Sylvia Merkert (Mitte) Quelle: Karin Kaiser / MHH

 

Die genetische Lungenerkrankung Mukoviszidose ist bisher nicht heilbar. Lediglich für bestimmte Mutationsformen ist seit November 2015 in Deutschland die erste Therapie mit CFTR-Modulatoren (CFTR = cystic fibrosis transmembrane conductance regulator) zugelassen, die eine ursächliche Therapie des krankheitsverursachenden, defekten CFTR-Ionenkanals ermöglichen. Wissenschaftler der Arbeitsgruppe von Prof. Dr. Ulrich Martin und Dr. Ruth Olmer entwickelten an der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) ein Verfahren, um mittels krankheitsspezifischer, induzierter pluripotenter Stammzellen (iPSCs) im Hochdurchsatzverfahren weitere mögliche CFTR-Modulatoren zu identifizieren.

 

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BREATH-Forscherin entwickelt Protokoll zur Generierung großer Mengen Endothelzellen

Quelle: MHH / Figiel Dr. Ruth Olmer, Wissenschaftlerin bei BREATH und Arbeitsgruppen-leiterin am LEBAO an der MHH. Quelle: MHH / Figiel

 

Endothelzellen (ECs) sind an verschiedensten zellulären Prozessen beteiligt, wie z.B. der Immunantwort, Entzündungen und Regulation des Blutflusses. Sie werden in Zelltherapien verwendet und sind eine wichtige Komponente bei der Herstellung von Gewebekonstrukten sowie in in vitro Krankheitsmodellen. Obwohl die Isolierung primärer ECs aus verschiedenen Quellen gezeigt werden konnte, stellt die Generierung ausreichender Zellmengen in stabiler Qualität noch immer eine Hürde dar. Dr. Ruth Olmer konnte nun ein skalierbares Protokoll zur Generierung von ECs aus humanen induzierten pluripotenten Stammzellen entwickeln.

 

 

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