Förderung von Forschung & Entwicklung in Georgien

 

In Georgien sind Forschung und Entwicklung im Bereich der Lebenswissenschaften sowie die Diagnostik von Infektionskrankheiten unterentwickelt und der notwendige Fortschritt wird durch die geringe Zahl gut ausgebildeter Experten für biomedizinische Technologien und Lebenswissenschaften limitiert.

Studenten biomedizinischer Studiengänge können in Georgien zwar in vielen Fällen ein gutes Lehrbuchwissen vorweisen, allerdings fehlt bisher die Laborinfrastruktur, um die betreffenden Studenten auch in modernen biomedizinischen Analysemethoden auszubilden, und damit auch das in der Forschung und Diagnostik notwendige analytische Denken und eigenständige Agieren zu trainieren.

 

Nach erfolgreicher Antragstellung durch Prof. Martin wird seit Ende 2015 nun ein Projekt durch die Volkswagen-Stiftung gefördert, das diese Defizite adressiert. An der Sokhumi State University (SSU) in Tiflis soll ein neuer Fokus in Lehre und Forschung etabliert sowie Möglichkeiten zu einer modernen praktischen Laborausbildung in Lebenswissenschaften und Biotechnologie aufgebaut werden. Mit diesem Modellprojekt soll das in Osteuropa genauso wie in vielen anderen Entwicklungs- und Schwellenländern verbreitete Problem mangelnder praxisnaher Laborausbildung bereits in einer früheren Ausbildungsphasen behoben werden. Die SSU hat kürzlich ein „Zentrum für Molekulare Diagnostik und Biotechnologie (CMDB)” gegründet und dafür frisch renovierte Büro- und Laborräume zur Verfügung gestellt. Die weitere Geräteausstattung für die Labore wird im Rahmen des Projekts ermöglicht.

 

 

Des Weiteren soll ein neues Studienmodul „Molekulare Methoden in den biomedizinischen Wissenschaften“ in Zukunft ausgewählten Studenten der Biologie und Medizin angeboten werden. Das Modul beinhaltet eine theoretische und praktische Ausbildung sowie Lehrbesuche internationaler Experten in Molekular- / Zellbiologie, insbesondere von der MHH. Letztendlich soll das Niveau der wissenschaftlichen Ausbildung im Bereich der Lebenswissenschaften auf internationale Standards angehoben und georgische Studenten mit einem ausreichenden Fachwissen ausgestattet werden, um eine erfolgreiche Bewerbung auf internationale Master- und PhD-Programme zu erlauben. Langfristig soll das Programm in Georgien in erheblichem Umfang zur Verbesserung der Studentenausbildung in den Biowissenschaften und der Medizin, zur Ausweitung der diagnostischen und therapeutischen Möglichkeiten und damit auch zur Erhöhung von Lebensqualität sowie der Stärkung der georgischen Wirtschaft beitragen. Positiver Nebeneffekt des Modellprojektes für die MHH ist die Akquirierung hochmotivierter und gut vorgebildeter biomedizinischer Studenten für Ihre Promotionsstudiengänge.